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Bayern unterstützt Wasserstoff-Lkw im gewerblichen Verkehr
MAN stellt ein Verbrennungsmotor-Modell vor, das auf neue regionale Förderprogramme für den Fernverkehr ausgerichtet ist.
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Die Dekarbonisierung des schweren Straßengüterverkehrs erfordert mehrere Antriebsstrategien, insbesondere für Langstrecken- und Hochlastanwendungen, bei denen die Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge noch begrenzt ist. Vor diesem Hintergrund präsentierte MAN Truck & Bus seinen Wasserstoff-Verbrennungslkw, während Bayern ein regionales Förderprogramm für wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge startete.
Politische Unterstützung für den Schwerlastbereich
Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, stellte den Förderrahmen des Freistaats für Wasserstoff-Nutzfahrzeuge bei einem Besuch im MAN Truck Forum in München vor. Das Programm zielt darauf ab, den frühen Einsatz von Wasserstoff-Lkw in Anwendungen zu unterstützen, bei denen eine Elektrifizierung über Batterien betrieblich schwer umsetzbar ist.
Solche politischen Maßnahmen sollen Markteintrittsbarrieren für Flottenbetreiber senken, die alternative Antriebe prüfen – insbesondere in Segmenten mit großer Reichweite, kurzen Betankungszeiten und hoher Nutzlast.
Wasserstoff-Verbrennung für spezielle Einsatzprofile
MAN Truck & Bus verfolgt neben seinem batterieelektrischen Portfolio auch den Ansatz eines Wasserstoff-Verbrennungsmotors. Der MAN hTGX nutzt einen mit Wasserstoff betriebenen Verbrennungsmotor anstelle eines Brennstoffzellensystems. Diese Konfiguration gilt als geeignet für den schweren Güterverkehr sowie für Regionen, in denen leistungsstarke Ladeinfrastruktur noch nicht flächendeckend verfügbar ist.
Während der Veranstaltung in München nahm der Minister an einer Mitfahrt teil, um das Fahrverhalten unter realen Bedingungen zu beurteilen. Das Modell erhielt zudem den „Truck Innovation Award 2025“, was die Anerkennung der Branche für Wasserstoff-Verbrennung als ergänzenden lokal emissionsfreien Antriebsweg für ausgewählte Einsatzbereiche widerspiegelt.
Erste Flottenintegration im regulären Logistikbetrieb
Der kommerzielle Einsatz begann mit der Auslieferung des ersten MAN hTGX an das Logistikunternehmen WTK in Witten, Nordrhein-Westfalen. Das Fahrzeug wird in den täglichen Speditionsbetrieb integriert und liefert Betriebsdaten zur Leistungsfähigkeit des Wasserstoff-Verbrennungsantriebs unter realen Transportbedingungen.
Damit geht die Technologie über Demonstrationsfahrzeuge hinaus in den regulären Flotteneinsatz, wo Aspekte wie Kraftstoffverfügbarkeit, Wartungsaufwand und Eignung für spezifische Einsatzzyklen bewertet werden können.
Fahrzeugarchitektur und Betriebsdaten
Der MAN hTGX wird im MAN-Werk München gefertigt und ist in den Achskonfigurationen 6×2 und 6×4 für schwere Transportaufgaben erhältlich. Er verfügt über ein 700-bar-Wasserstoffspeichersystem mit einer Kapazität von bis zu 56 kg, was unter typischen Einsatzbedingungen eine Reichweite von rund 600 km ermöglicht.
Die Betankungszeit liegt bei unter 15 Minuten und entspricht damit den Abläufen konventioneller Dieselbetankung, wodurch Standzeiten im Fernverkehr minimiert werden. Der Antriebsstrang basiert auf dem H45-Wasserstoff-Verbrennungsmotor, der vom bewährten D38-Dieselmotor abgeleitet ist und im Nürnberger Motoren- und Batteriewerk produziert wird. Ein angepasstes Abgasnachbehandlungssystem ist integriert, um verbrennungsbedingte Emissionen im Wasserstoffbetrieb zu steuern.
Ergänzung zum batterieelektrischen Lkw
MAN positioniert den Wasserstoff-Verbrennungslkw als Ergänzung zum batterieelektrischen eTruck und nicht als Ersatz. Batterieelektrische Fahrzeuge bleiben der zentrale Bestandteil der unternehmenseigenen Null-Emissions-Strategie, während Wasserstoff-Verbrennung für Routen- und Lastprofile vorgesehen ist, bei denen Batteriegröße, Ladezeiten oder Netzanschluss betriebliche Einschränkungen verursachen.
Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ist weiterhin eng an den Preis von Wasserstoff als Kraftstoff gekoppelt. Für eine breite Marktdurchdringung ohne Fördermittel müsste der Preis pro Kilogramm grünen Wasserstoffs im Vergleich zum aktuellen Marktniveau deutlich sinken. In diesem Zusammenhang sollen regionale Förderprogramme die frühe Einführungsphase überbrücken, während Infrastruktur und Lieferketten ausgebaut werden.
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