Nehmen Sie an unseren 155000 IMP Followern teil

www.auto-innovationen.com

Elektrischer Klasse-II-Überlandbus auf der Mobility Move

MAN Truck & Bus präsentierte auf der Mobility Move 2026 in Berlin eine batterieelektrische Low-Entry-Plattform für den regionalen Linienverkehr mit Klasse-II-Zulassung.

  www.man.eu
Elektrischer Klasse-II-Überlandbus auf der Mobility Move

Auf der Mobility Move 2026, die vom 10. bis 12. März in Berlin stattfand, stellte MAN Truck & Bus den MAN Lion’s City 12 E LE mit Klasse-II-Zulassung für Überlandlinien vor. Der Messeauftritt markierte die Deutschlandpremiere der batterieelektrischen Low-Entry-Variante im Überlandeinsatz und erweitert das elektrische Portfolio des Herstellers über den reinen Stadtverkehr hinaus.

Die Mobility Move hervorgegangen aus der VDV-Elektrobuskonferenz „ElekBu“ –gilt als größte Konferenz und Fachmesse für straßengebundene öffentliche Mobilität in Deutschland. Themenschwerpunkte 2026 waren unter anderem autonomes Fahren, Digitalisierung, Cybersecurity und Elektromobilität. Die Veranstaltung umfasste fünf Konferenzbühnen sowie rund 7.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Klasse-II-Konformität für den Regionalverkehr

Der 12,2 Meter lange Bus ist für kombinierte Stadt- und Überlandlinien ausgelegt, bei denen Barrierefreiheit und Überlandzulassung zusammengeführt werden müssen. Seit Ende 2025 ist das Modell mit Klasse-II-Zulassung verfügbar und erfüllt die Anforderungen der UN ECE R66.02 zur Aufbausteifigkeit sowie der UN ECE R107 in Bezug auf Fahrgastsicherheit.

In der Klasse-II-Konfiguration bietet das Fahrzeug bis zu 39 Sitzplätze in Fahrtrichtung sowie rund 20 Stehplätze und einen Stellplatz für Rollstuhl oder Kinderwagen. Mit Klasse-I-Zulassung sind bis zu 43+1 Sitzplätze möglich. Das Innenraumkonzept kombiniert einen niederflurigen Vorderwagen mit einem erhöhten Heckbereich, um einerseits stufenlosen Einstieg zu gewährleisten und andererseits die Sitzplatzkapazität zu erhöhen.

Zwei Notausstiegsluken sind im Fahrzeugboden integriert – eine im Bereich von Tür 1 nahe dem Fahrer und eine gegenüber von Tür 2 im Stehbereich. Ihre Positionierung erfolgt getrennt von Hochvoltkomponenten. Während der Fahrt sind sie verriegelt; ein unbeabsichtigtes Öffnen löst optische, akustische und haptische Warnsignale im Fahrerarbeitsplatz aus.

Elektrischer Antrieb und modulare Reichweitenkonfiguration
Der Antrieb basiert auf der Plattform des MAN Lion’s City E, von dem mehr als 3.000 Einheiten verkauft wurden. Ein zentraler Synchron-Elektromotor liefert eine Spitzenleistung von 240 kW (326 PS) sowie ein maximales Drehmoment von 2.100 Nm. Das volle Drehmoment steht ab dem Stillstand zur Verfügung und unterstützt damit Beschleunigungsvorgänge im Stop-and-Go-Betrieb.

Die Energiespeicherung erfolgt über ein modulares Batteriesystem auf dem Dach. Betreiber können zwischen vier oder fünf Lithium-Ionen-Batteriepacks der neuesten NMC-Generation wählen, mit einer Gesamtkapazität von bis zu 445 kWh. Im Rahmen der „Maximum Range Strategy“ sind bis zu 400 kWh nutzbar. Die angegebene Reichweite beträgt bis zu 380 Kilometer, abhängig von Streckenprofil, Fahrgastaufkommen und Nebenverbrauchern. Diese Konfigurierbarkeit unterstützt eine streckenspezifische Optimierung innerhalb einer digitalisierten Flotten- und Betriebsstruktur.

Batteriefertigung und Plattformstandardisierung
Auf dem Messestand wurde zudem ein Schnittmodell des neuen MAN BatteryPack gezeigt. Die Serienproduktion des NMC-basierten Lithium-Ionen-Systems startete 2025 im MAN-Batteriewerk in Nürnberg. Jedes BatteryPack besteht aus zwölf Modulen, die in zwei bis vier Lagen im Gehäuse integriert sind. Im Entwicklungsfokus standen mechanische Stabilität, Hochvoltsicherheit und Thermomanagement.

Die einheitliche Batteriegeneration für elektrische Bus- und Lkw-Plattformen ermöglicht Skaleneffekte und eine technische Standardisierung über Fahrzeugsegmente hinweg.

Fahrerassistenz und digitale Cockpitarchitektur
Das ausgestellte Fahrzeug verfügt über erweiterte Fahrerassistenzsysteme für Stadt- und Überlandbetrieb. Dazu zählen ein radarbasiertes Abbiegeassistenzsystem auf der rechten Fahrzeugseite, Spurverlassenswarner (LDW), Spurwechselassistent (LCS) sowie der Notbremsassistent EBAplus mit Fußgänger- und Radfahrererkennung. Ergänzt werden diese durch Kollisionswarnung, Aufmerksamkeitsüberwachung des Fahrers, Reifendruckkontrolle an allen Achsen, automatische Fahrlichtsteuerung und Regensensor.

Zum Einsatz kommt zudem ein kamerabasiertes Spiegelersatzsystem (OptiView), das das Sichtfeld erweitert und aerodynamische Vorteile bietet. Für die Klimatisierung sorgt eine Wärmepumpe mit CO₂ als Kältemittel, wodurch der Energiebedarf für Heizung und Kühlung reduziert wird.

Im Zentrum des überarbeiteten Fahrerarbeitsplatzes steht ein volldigitales 12-Zoll-Display in HD-Auflösung. Es bündelt Fahr-, Diagnose- und Assistenzinformationen in einer konfigurierbaren Oberfläche und unterstützt die Integration in vernetzte Flotten- und Telematiksysteme innerhalb eines automotive data ecosystem.

Branchenkontext
Im Rahmen der Mobility Move beteiligten sich Vertreter des Unternehmens an einem Panel zum Thema „Regulation und Typgenehmigung“ mit dem Schwerpunkt automatisierter Busbetrieb. Der Hersteller ist an Projekten zum autonomen Fahren in Berlin („BeIntelli“) und München („MINGA“) beteiligt und verknüpft damit Elektrifizierung und Automatisierung im öffentlichen Personennahverkehr.

Mit der Kombination aus Klasse-II-Strukturfestigkeit, modularer Batteriekapazität bis 445 kWh und einer Antriebsleistung von 240 kW adressiert die Plattform Verkehrsunternehmen, die ihre Überlandflotten auf emissionsfreie Antriebe umstellen und gleichzeitig flexible Einsatzprofile zwischen Stadt- und Regionalverkehr abdecken wollen.

www.man.com

  Fordern Sie weitere Informationen an…

LinkedIn
Pinterest


Passwort vergessen?

Nehmen Sie an unseren 155000 IMP Followern teil