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03
'26
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Elektrische Drehleiter für den urbanen Feuerwehreinsatz
Rosenbauer präsentierte ein batterieelektrisches Hubrettungsfahrzeug auf MAN-Fahrgestell für emissionsarme Einsätze in Städten, Industrieanlagen und an Flughäfen.
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Rosenbauer und MAN Truck & Bus präsentierten auf der INTERSCHUTZ 2026 (1. bis 6. Juni) in Hannover die elektrische Drehleiter Rosenbauer L32A-XS auf dem neu eingeführten vollelektrischen MAN eTGM-Fahrgestell. Das Fahrzeug wurde außerdem an das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) übergeben, das die Plattform künftig für Ausbildungs- und Einsatzzwecke nutzen wird.
Elektrisches Feuerwehrfahrzeug nach europäischen Normen
Das neue Fahrzeug kombiniert ein vollelektrisches Fahrgestell mit einem elektrisch betriebenen Drehleitersystem. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von weniger als 16 Tonnen und einer Hinterachslast von unter 10 Tonnen erfüllt es die Gewichtsanforderungen, die in Deutschland häufig für Feuerwehrzufahrten gelten. Die Plattform entspricht den Anforderungen der DIN EN 14043 für vollautomatische Drehleitern der Klasse 23/12 und ermöglicht Rettungseinsätze in einer Höhe von 23 Metern bei einer horizontalen Ausladung von 12 Metern.
Die Entwicklung adressiert eine zentrale Herausforderung bei der Elektrifizierung von Einsatzfahrzeugen: die Aufrechterhaltung der vollen Einsatzfähigkeit bei gleichzeitig strengen Vorgaben hinsichtlich Gewicht und Leistung. Die Konfiguration richtet sich an kommunale Feuerwehren, Werkfeuerwehren, Flughafenfeuerwehren sowie Ausbildungseinrichtungen, insbesondere dort, wo ein geräuscharmer Betrieb von Vorteil ist.
Elektrischer Antriebsstrang und Energiespeichersystem
Die MAN eTGM-Plattform nutzt den zentralen Elektroantrieb MAN eCD210, der einen Elektromotor mit dem zweistufigen MAN TipMatic-Getriebe kombiniert. Das System liefert eine Dauerleistung von 210 kW sowie ein Drehmoment von 800 Nm. Die Energie für das Drehleitersystem wird über einen mechanischen Nebenabtrieb (mPTO) bereitgestellt, sodass die Hubrettungsplattform ohne zusätzlichen verbrennungsmotorischen Hilfsantrieb betrieben werden kann.
Die Energieversorgung erfolgt über zwei Lithium-Ionen-Batterien mit einer Bruttokapazität von insgesamt 178 kWh, von denen 160 kWh nutzbar sind. Nach Angaben der Hersteller ermöglicht diese Konfiguration etwa zehn typische städtische Einsatzfahrten von jeweils rund acht Kilometern pro Ladung beziehungsweise etwa vier Einsätze mit jeweils rund 20 Kilometern Fahrstrecke in ländlichen Regionen.
Die Schnellladefunktion unterstützt Gleichstromladen mit bis zu 250 kW und reduziert die Ladezeit von 5 auf 80 Prozent Ladezustand auf etwa 33 Minuten.
Drehleitersystem für beengte urbane Einsatzorte
Die Drehleiter L32A-XS basiert auf dem XS-Bedienkonzept von Rosenbauer, das speziell für Einsätze in engen Straßen und dicht bebauten Stadtgebieten entwickelt wurde. Das System ermöglicht präzise Bewegungen des Leiterparks bei reduziertem Schwenkradius sowie ein stufenloses Anheben des Rettungskorbs entlang von Gebäudefassaden.
Ein abwinkelbarer Korbarm verbessert die Erreichbarkeit hinter Hindernissen und erleichtert den Zugang zu erhöhten Öffnungen wie Fenstern und Balkonen. Die Hydrauliksysteme sind auf kurze Rüstzeiten ausgelegt, während horizontal-vertikale Abstützungen und ein 3D-Lastmesssystem die Stabilität während des Einsatzes überwachen.
Der Rettungskorb ist für Nutzlasten von bis zu 500 kg beziehungsweise fünf Personen ausgelegt. Eine vollständig zu öffnende Front erleichtert den Transport von Rollstuhlfahrern, während integrierte Vorrichtungen zur Aufnahme von Krankentragen Rettungseinsätze mit verletzten Personen unterstützen.

Brandbekämpfungs- und Rettungsfunktionen
Das Fahrzeug verfügt über sechs Geräteräume mit Rollladenverschlüssen sowie eine durchgängige LED-Beleuchtung von den Abstützungen bis zum Rettungskorb. Eine integrierte Wasserversorgung und ein anbringbarer Wasserwerfer ermöglichen den Einsatz des Korbs sowohl für Rettungs- als auch für Brandbekämpfungsaufgaben.
Diese Funktionen erlauben die Durchführung mehrerer Einsatzarten mit einem einzigen Fahrzeug und erhöhen die operative Flexibilität von kommunalen Feuerwehren und industriellen Einsatzorganisationen.
Modulare Architektur für elektrische Nutzfahrzeuge
Der MAN eTGM basiert auf der batterieelektrischen Nutzfahrzeugplattform des Herstellers und nutzt gemeinsame Komponenten mit dem leichteren MAN eTGL sowie den größeren Baureihen MAN eTGS und MAN eTGX. Zu den gemeinsamen Systemen zählen die Hochvoltarchitektur, das Thermomanagement und die Batteriesysteme.
Das Fahrgestell kann mit zwei oder vier Batteriepaketen ausgestattet werden und erreicht eine maximale Bruttobatteriekapazität von 356 kWh. MAN gibt Reichweiten von bis zu 480 Kilometern an, abhängig von Fahrzeugkonfiguration und Einsatzprofil. Die Rekuperationsfunktion verbessert die Energieeffizienz insbesondere im Stop-and-Go-Betrieb, wie er bei kommunalen und feuerwehrtechnischen Anwendungen typisch ist.
Darüber hinaus verfügt das Fahrgestell über aufbaufreundliche Schnittstellen, optimierte Radstandskonfigurationen sowie einen serienmäßigen mechanischen Nebenabtrieb. Dadurch eignet es sich für die Integration von Spezialaufbauten wie Drehleitern, kommunalen Nutzfahrzeugaufbauten und weiteren Einsatzfahrzeugen.
Zusätzlicher Kontext
Dieser Abschnitt enthält technische Spezifikationen und Wettbewerbsvergleiche, die in der ursprünglichen Pressemitteilung nicht enthalten waren.
Mehrere Hersteller, darunter Rosenbauer, Volvo Trucks, Scania und Magirus, haben batterieelektrische Feuerwehrfahrzeugplattformen vorgestellt. Die meisten derzeit eingesetzten Elektro-Feuerwehrfahrzeuge sind jedoch Löschfahrzeuge, Rettungsfahrzeuge oder kommunale Servicefahrzeuge und keine Drehleiterfahrzeuge.
Ein wichtiger Vergleichsmaßstab für Drehleiterfahrzeuge ist die Einhaltung der Leistungsanforderungen der EN 14043 bei gleichzeitiger Erfüllung von Achslastgrenzen, die den Zugang zu urbanen Einsatzbereichen ermöglichen. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von weniger als 16 Tonnen und einer Hinterachslast von unter 10 Tonnen gehört die vorgestellte Konfiguration zu den leichtesten bislang veröffentlichten batterieelektrischen Drehleiterplattformen.
Aus energetischer Sicht liegt die Batteriekapazität von 178 kWh unter der vieler schwerer elektrischer Kommunalfahrzeuge, die häufig Kapazitäten von über 250 kWh aufweisen. Die geringere Batteriekapazität trägt zur Gewichtseinsparung bei und unterstützt dennoch die für Feuerwehreinsätze typischen Betriebszyklen mit kurzen Fahrstrecken, schnellen Einsatzfahrten und längeren Standzeiten im Betrieb.
Die Nutzung eines direkt vom elektrischen Antriebsstrang angetriebenen mechanischen Nebenabtriebs unterscheidet die Fahrzeugarchitektur zudem von alternativen Konzepten, die auf separate hydraulische oder elektrische Hilfssysteme für den Leiterbetrieb setzen. Dieser Ansatz kann die Kraftübertragung vereinfachen und die Anzahl unabhängiger Energiesysteme reduzieren, die im Fahrzeug gewartet werden müssen.
Bearbeitet von Aishwarya Mambet, Induportals-Redakteurin, mit Unterstützung von KI.
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