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Recycelte Fahrzeugkunststoffe für Fahrzeuginnenraumkomponenten
MATERI’ACT und Renault setzen recycelte Kunststoffe aus Altfahrzeugen in der Serienproduktion ein, um die Kreislaufwirtschaft in der Automobilfertigung zu fördern.
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MATERI’ACT, ein von FORVIA gegründetes Unternehmen, und Renault haben gemeinsam einen Polypropylen-Werkstoff entwickelt und in die Serienproduktion eingeführt, der recycelte Kunststoffe aus Altfahrzeugen enthält und für sichtbare Innenraumkomponenten eingesetzt wird. Die Lösung richtet sich an die Automobilindustrie und zeigt, wie zirkuläre Werkstoffkreisläufe in die Großserienfertigung integriert werden können, ohne technische, sicherheitsrelevante oder wirtschaftliche Anforderungen zu beeinträchtigen.
Zusammenarbeit für mehr Kreislaufwirtschaft in der Automobilindustrie
Die Kooperation vereint komplementäre Kompetenzen entlang der automobilen Recycling- und Fertigungswertschöpfungskette. MATERI’ACT entwickelte den Polypropylen-Werkstoff IniCycled-P, während Renault das Material für die Serienfertigung der Instrumententafel des Renault Master qualifizierte und einführte.
Der recycelte Kunststoff wird von GAIA, einer Tochtergesellschaft von The Future is NEUTRAL, bereitgestellt. Altfahrzeuge werden von INDRA gesammelt und demontiert. Anschließend sortiert, verarbeitet und recycelt GAIA die Kunststoffe, bevor MATERI’ACT daraus einen technischen Kunststoff für anspruchsvolle Automobilanwendungen herstellt. Renault integriert diesen Werkstoff schließlich in seine Fahrzeugproduktion. Dieser geschlossene Materialkreislauf ermöglicht die Rückführung von Kunststoffen aus Altfahrzeugen in hochwertige Fahrzeugkomponenten.
Technische Lösung und Aufgabenverteilung
IniCycled-P ist ein Polypropylen-Compound mit 20 % recyceltem Kunststoff aus Altfahrzeugen, 15 % Talkum als Füllstoff sowie Schlagzähmodifikatoren zur Erreichung der erforderlichen mechanischen und optischen Eigenschaften. Das Material wurde speziell für sichtbare Innenraumanwendungen entwickelt, bei denen hohe Anforderungen an Oberflächenqualität, Dauerhaltbarkeit, Fahrgastsicherheit und Innenraumluftqualität erfüllt werden müssen.
MATERI’ACT war für die Werkstoffentwicklung, Validierung und Industrialisierung verantwortlich. Renault übernahm die Qualifizierung des Compounds für die Serienproduktion und dessen Integration in bestehende Fertigungsprozesse. GAIA und INDRA stellen die Recyclinginfrastruktur bereit, die eine nachvollziehbare Rückgewinnung und Aufbereitung der Kunststoffe für den erneuten Einsatz in der Automobilproduktion ermöglicht.
Prüfungen bestätigten, dass das Material die mechanischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen für Instrumententafeln erfüllt. Bei Airbag-Auslösetests erreichte IniCycled-P vergleichbare und in einzelnen Konfigurationen sogar bessere Ergebnisse als herkömmliches Polypropylen aus Primärrohstoffen.
Implementierung in die Serienfertigung
Das Material wird in der Serienproduktion des Renault Master eingesetzt, dem größten leichten Nutzfahrzeug im Modellprogramm von Renault. IniCycled-P ist vollständig mit konventionellen Spritzgießverfahren kompatibel und kann ohne Änderungen an Maschinen oder Prozessparametern verarbeitet werden. Dadurch lässt sich der Werkstoff ohne zusätzlichen technischen Aufwand in bestehende Produktionslinien integrieren.
Anwendungen und industrielle Vorteile
Die Hauptanwendung sind sichtbare Innenraumkomponenten, insbesondere Instrumententafeln, die hohe Anforderungen an Formstabilität, Schlagfestigkeit, Oberflächenqualität und Langzeitbeständigkeit stellen. Die Lösung unterstützt Automobilhersteller dabei, den Anteil recycelter Werkstoffe zu erhöhen und gleichzeitig Produktionssicherheit sowie Bauteilqualität zu gewährleisten.
Im Vergleich zu herkömmlichem Polypropylen reduziert IniCycled-P die CO₂-Emissionen um 24 % und erreicht einen CO₂-Fußabdruck von 1,47 kg CO₂e pro Kilogramm Material. Darüber hinaus unterstützt der Werkstoff die Einhaltung künftiger europäischer Vorgaben zu Rezyklatanteilen und Ökodesign und zeigt, dass Kunststoffe aus Altfahrzeugen durch eine integrierte Kreislaufwirtschaft in der industriellen Automobilproduktion im großen Maßstab eingesetzt werden können.
Bearbeitet von Evgeny Churilov, Induportals Media – Mit KI adaptiert.
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