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MAHLE präsentiert Range-Extender-System für Elektro-Lkw
MAHLE stellt auf der IAA Transportation 2026 ein modulares Range-Extender-System sowie Elektrifizierungstechnologien für schwere Nutzfahrzeuge vor.
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MAHLE hat ein neues Range-Extender-System für batterieelektrische schwere Lkw vorgestellt, das darauf ausgelegt ist, die Reichweite zu erhöhen, die Batteriekapazität zu reduzieren und die betriebliche Flexibilität für Nutzfahrzeugflotten zu verbessern. Die Technologie feiert ihre Weltpremiere auf der IAA Transportation 2026 in Hannover (15.–20. September 2026), Deutschland, zusammen mit weiteren Elektrifizierungs- und Thermomanagementlösungen für schwere Nutzfahrzeuge.
Das Unternehmen positioniert das System als praxisnahe Lösung, um den Übergang von dieselbetriebenen zu batterieelektrischen Lkw zu beschleunigen, indem zwei wesentliche Hindernisse für deren Einführung adressiert werden: die begrenzte Reichweite und die unzureichende Ladeinfrastruktur. Neben batterieelektrischen Technologien präsentiert MAHLE außerdem Entwicklungen für erneuerbare Kraftstoffe und Wasserstoffanwendungen als Teil einer umfassenden Strategie zur Reduzierung der Emissionen im Straßengüterverkehr.
Range-Extender-System erhöht die Einsatzflexibilität
Das neue Range-Extender-System arbeitet als autonome Energieeinheit, die die Batterie des Lkw mit zusätzlicher elektrischer Energie versorgt, sobald diese benötigt wird. Anstatt dauerhaft zu laufen, wird der Verbrennungsmotor nur dann aktiviert, wenn zusätzliche Energie erforderlich ist, um die Batterie nachzuladen und den Fahrzeugbetrieb auf längeren Fahrten oder unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen sicherzustellen.
Das Herzstück des Systems bildet ein Hochspannungsgenerator mit einer Dauerleistung von 110 kW und einer Spitzenleistung von bis zu 130 kW. Angetrieben von einem kompakten Verbrennungsmotor versorgt der Generator den elektrischen Antriebsstrang zuverlässig mit Energie.
MAHLE entwickelte den Generator mit einem fortschrittlichen Ölkühlsystem, das eine Leistungsdichte von mehr als 7 kW/kg ermöglicht und gleichzeitig Gewicht reduziert sowie die Systemintegration vereinfacht.
Modulare Architektur ermöglicht die Integration in bestehende Elektro-Lkw-Plattformen
Das komplette Range-Extender-System vereint Generator, Verbrennungsmotor, Thermo- und Fluidmanagement, Kraftstofftank, AdBlue-Tank sowie Abgasnachbehandlung in einer kompakten modularen Einheit. Das System ist so ausgelegt, dass es den Bauraum eines Teils der Batterie nutzt und sich dadurch mit minimalem Anpassungsaufwand in bestehende batterieelektrische Lkw-Plattformen integrieren lässt.
Der Ersatz von etwa einem Drittel der Batteriekapazität reduziert die Hinterachslast um rund 400 kg und das Gesamtfahrzeuggewicht um etwa 600 kg.
Nach Angaben von MAHLE ermöglicht das kombinierte System Gesamtreichweiten von über 800 km, wobei etwa 400 km durch die Batterie und weitere 400 km durch den Range Extender bereitgestellt werden.
Thermomanagement für anspruchsvolle Einsatzbedingungen
Um unter schweren Einsatzbedingungen einen stabilen Betrieb sicherzustellen, verfügt das System über ein Thermomanagement mit einer Hochtemperatur-Kühlleistung von 48 kW und einer Niedertemperatur-Kühlleistung von 15 kW.
Nach Angaben des Unternehmens können mit dem Range-Extender ausgestattete Lkw unter realen Betriebsbedingungen die Kohlendioxidemissionen im Vergleich zu konventionellen dieselbetriebenen Fahrzeugen um rund 80 % reduzieren. Beim Betrieb mit erneuerbaren Kraftstoffen wie HVO100 kann der Verbrennungsmotor nahezu CO₂-neutral betrieben werden.
Neue Motorkomponenten steigern Effizienz und senken Betriebskosten
Zusätzlich zum Range Extender stellte MAHLE mehrere neue Komponenten für Verbrennungsmotoren vor, die den Wirkungsgrad verbessern und gleichzeitig die Betriebskosten senken sollen.
Die neue Power Cell Unit (PCU) wurde für höhere Leistung, längere Lebensdauer und einen verbesserten Wirkungsgrad entwickelt. Darüber hinaus präsentierte MAHLE ein neu konstruiertes Ölmanagementmodul, das Ölfilter, Ölkühler und Bypassventil in einer einzigen Baugruppe integriert.
Je nach verwendetem Gehäusematerial können die Materialkosten um bis zu 20 %, der CO₂-Fußabdruck des Produkts um bis zu 50 % und das Bauteilgewicht um bis zu 25 % reduziert werden. Beide Produkte eignen sich für verschiedene Antriebsarchitekturen über das neue Range-Extender-System hinaus.
Seltenerdfreier Elektromotor feiert Premiere auf der IAA Transportation
MAHLE präsentierte außerdem einen neuen Contactless Transmitter (MCT)-Elektromotor für elektrische Antriebsachsen schwerer Nutzfahrzeuge.
Im Gegensatz zu permanenterregten Synchronmotoren benötigt das MCT-Konzept keine Permanentmagnete und verzichtet somit auf Seltene Erden. Dadurch werden pro Fahrzeug rund 3 kg Seltenerdmaterial eingespart.
Der Motor erreicht eine Spitzenleistung von 370 kW sowie ein Drehmoment von über 900 Nm bei 3.900 U/min. Laut MAHLE ist er rund 10 % leichter als vergleichbare permanenterregte Elektromotoren und bietet über einen größeren Betriebsbereich hinweg einen höheren Wirkungsgrad. Im europäischen VECTO-Simulationszyklus erreicht der Motor einen Wirkungsgrad von rund 95 %.
Elektrifizierungsstrategie wird weltweit ausgebaut
MAHLE erweitert sein Elektrifizierungsportfolio kontinuierlich und liefert elektrische Antriebssysteme, Thermomanagementlösungen sowie elektrifizierte Nebenaggregate für Nutzfahrzeuge.
Das Unternehmen produziert jährlich rund acht Millionen elektrische Antriebssysteme und elektrifizierte Nebenaggregate. Zwischen 2026 und 2029 sollen mehr als 35 elektrifizierte Pkw- und Nutzfahrzeugplattformen mit Technologien von MAHLE auf den Markt kommen.
In Europa liefert MAHLE Komponenten für batterieelektrische und brennstoffzellenbetriebene Lkw und nimmt führende Marktpositionen bei elektrischen Klimakompressoren sowie bei elektrischen Pumpen und Lüftern ein. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit chinesischen Nutzfahrzeugherstellern aus, die ihre batterieelektrischen Lkw verstärkt auf den europäischen Markt bringen.
Erneuerbare Kraftstoffe und Wasserstoff bleiben wichtige Bausteine der Dekarbonisierung
Obwohl die Elektrifizierung im Mittelpunkt steht, geht MAHLE davon aus, dass Verbrennungsmotoren auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle im Straßengüterverkehr spielen werden.
Das Unternehmen hebt erneuerbare Kraftstoffe wie HVO100 und Bio-LNG als kurzfristig verfügbare Lösungen hervor, um die Emissionen bestehender Nutzfahrzeugflotten zu senken. Im MAHLE Global Biomobility Center in Brasilien werden weiterhin Biokraftstoffmotoren, Mehrstoffmotoren und nachhaltige Werkstoffe entwickelt.
Darüber hinaus beteiligt sich MAHLE an verschiedenen Entwicklungsprojekten für Wasserstoffmotoren und Brennstoffzellensysteme in Europa und Asien und betrachtet Wasserstoff als wichtigen Bestandteil der langfristigen Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs.
Infrastruktur und Regulierung als Voraussetzungen für die Transformation
MAHLE betonte, dass der breitere Einsatz batterieelektrischer Nutzfahrzeuge nicht nur von der Fahrzeugtechnologie, sondern auch vom Ausbau der Ladeinfrastruktur, von Wasserstofftankstellen sowie von verlässlichen regulatorischen Rahmenbedingungen abhängt.
Das Unternehmen spricht sich für technologieoffene Regulierungen aus, die batterieelektrische Antriebe, Wasserstofftechnologien, erneuerbare Kraftstoffe und Range-Extender-Systeme gleichermaßen als ergänzende Lösungen zur Reduzierung der Emissionen im schweren Straßengüterverkehr berücksichtigen.
Zusätzlicher Kontext:Dieser Abschnitt enthält technische Spezifikationen und Wettbewerbsvergleiche, die in der ursprünglichen Produktankündigung nicht enthalten sind.
Range-Extender-Systeme gewinnen im Nutzfahrzeugsektor zunehmend an Bedeutung, da batterieelektrische Fernverkehrs-Lkw weiterhin durch Reichweite, Nutzlast und Ladeinfrastruktur eingeschränkt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Plug-in-Hybridantrieben arbeiten Range Extender im schweren Nutzfahrzeug hauptsächlich als bordeigene Stromerzeuger und ermöglichen so den rein elektrischen Antrieb bei gleichzeitig größerer Reichweite.
Mehrere Nutzfahrzeughersteller und Zulieferer verfolgen ähnliche Konzepte. Unternehmen wie Scania, Volvo Trucks, Cummins und ZF entwickeln oder erproben Range-Extender-Technologien, während parallel auch Brennstoffzellensysteme und Batteriewechselkonzepte für den Fernverkehr untersucht werden. Gleichzeitig gewinnen Elektromotoren ohne Seltene Erden zunehmend an Bedeutung, da sie die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen verringern, die Versorgungssicherheit verbessern und Nachhaltigkeitsziele unterstützen.
Bearbeitet von Sucithra Mani, Redakteurin bei Induportals – mit Unterstützung von KI.
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